Der Dampfer im Bächlein

Im aktuellen Falter ist aktuell eine Serie über die Thematik „Landflucht“ zu lesen. In der aktuellen Ausgabe beschäftigt sich die Reportage mit den Auswirkungen der Flächenwidmungsfehler in der Obersteiermark und beleuchtet Langzeitfolgen der Arena Fohnsdorf auf die Entwicklung der Region: Der Dampfer im Bächlein (Falter 5/17)

Foto: Regine Schöttl, Falter

Der gesamte Bericht ist hier nachzulesen:

 

Selektive Wahrnehmung

Ein Gutachten, dass uns Steuerzahler rund EUR 68.000,– Euro gekostet hat, sollte in der Beurteilung der Diskussion rund um die geplante Sondergenehmigung für das um vieles zu große SC Seiersberg für die nötige Faktenlage sorgen.

Tut es auch … die Fakten sind im Gutachten zur Genüge enthalten, allerdings werden diese Fakten sehr eigentümlich bewertet, wie es scheint. Insbesondere die Aussage, dass rund 50% der Umsätze lt. Kundenanalysen im SC Seiersberg aus weiter entfernten Bezirken stammen, ist hier erwähnenswert, denn: Der Schluss der Experten dazu ist, dass – gäbe es das SC Seiersberg nicht – diese Umsätze durch die anderen Einkaufsziele in Graz nicht aufgefangen werden könnten und diese dann ausbleiben würden. Aus dem Gutachten habe ich mir auch notiert, dass allein das Umsatzpotential NUR FÜR BEKLEIDUNG, das aus unserem Bezirk MURTAL an das SC Seiersberg abfließt, pro Jahr rund 2,2 Mio. EURO beträgt. (S. 4282/87)

Für die zuständige Abteilung und/oder die beauftragenden PolitikerInnen ist das offenbar nicht relevant. Für die Regionen und die Chancen im Rahmen einer regionalen Entwicklung sind die Zahlen brisant.

Die Kleine Zeitung hat einige „Geheimnisse“ aus dem Gutachten veröffentlicht: kleine-zeitung-20170107-001

„Sanierung“ von Seiersberg beschlossen

Mit den Stimmen der SPÖ, ÖVP und FPÖ wurde das Straßengesetz geändert. Der Anlass dazu war die Shoppingcity Seiersberg: Heuer hat der VfGH die Verbindungsbauten zwischen den einzelnen Einheiten des SC als gesetzwidrig beurteilt. Am 15.11. 2016 hat der Landtag in seiner Sitzung mehrheitlich beschlossen, das Gesetz zu ändern, damit die ungesetzlichen Bestandteile nicht abgerissen werden müssen.

Schauen Sie sich die Diskussion zum Tagesordnungspunkt N1 an und machen Sie sich selbst ein Bild: https://pallast2.stmk.gv.at/pallast-p/pub/meeting?dswid=-2889&ref=a5eddeff-490b-4c8d-8dbc-20d1ac322412

Was ist über die Landtagssitzung zu berichten?

Eine Diskussion mit Berücksichtigung umfassender Fakten und Auswirkungen der steirischen Raumordnungssünden bisher auf Wirtschaftsstandort und Arbeitsmarkt haben die Abgeordneten der SPÖ, ÖVP und FPÖ nicht zugelassen. Mein persönlicher Gesamteindruck der Sitzung war fatal, zu viel Emotion, zu wenig Fachkompetenz, viel Arroganz und sehr wenig Denken in Visionen und Chancen für die Zukunft.

Steiermark heute:

Land investiert EUR 68.000,– EUR in Seiersberg-Gutachten

Laut Zeitungsbericht haben wir Steuerzahler gerade eben EUR 68.000,– für ein „Fachgutachten“ der allseits bekannten Projektentwickler- bzw. Handelsketten-Beraterfirma „Standort + Markt“ bezahlt, das zu einem überraschenden Schluss kommt:

Durch diese Studie stehe nun auch „wissenschaftlich objektiviert“ fest, dass die SCS keine „erheblichen negativen“ Auswirkungen auf das Grazer Einkaufsleben habe. (Kleine Zeitung, 1.11. 2016, S. 18)

Ist die bevorzugte politische Richtung von Neo-Landesrat Anton Lang also die sog. „Vogel-Strauß-Politik“?

 

Wo Unternehmer zusammenhalten, dort funktioniert’s!

EKZ und FMZ vernichten langfristig ein vielfaches von den Arbeitsplätzen, die sie einst geschaffen haben (Bild: Pressefoto GSV)

Man soll die Hoffnung ja bekanntlich nicht aufgeben, dann passiert auch wieder Positives: Der Städtebund nimmt sich des Themas „Innenstadt-Belebung“ an und hat auch offenbar die wichtigsten Problemfelder erkannt.

  • Fehlende Konzepte, fehlende USP’s für die Ortsentwicklung …
  • Dort, wo es funktioniert, halten Unternehmer zusammen …
  • Sonntagsreden statt Aktivität …
  • Grobe Raumplanungsfehler!

Die ZIB 2 widmete am 7.10. einen Beitrag, der bis nächsten Donnerstag online anzusehen ist: ZIB 2, 7.10. 2016

Was im Beitrag nicht angesprochen wurde: Die hohen Überflächen sind natürlich in erster Linie für die fehlende Dynamik und das „Geschäftesterben“ verantwortlich. In Wien wurde auch noch ein anderer Grund erkannt, hier das (sinngemäße) Zitat aus einem Schriftstück: „… wären alle Gesetze eingehalten worden, wären rund 75 % der EZ-Flächen schlichtweg nicht bewilligungsfähig gewesen …“

Das deckt sich mit den Verhältniszahlen, mit denen die ECE für Neuprojekte rechnet: Für kleine Innenstadt-EKZ’s (ca. 12.000 m2 VK-Fläche) muss zumindest ein Einzugsgebiet von 250.000 Einwohnern vorhanden sein. Wir im Bezirk Murtal zählen rund 70.000 Einwohner, die Arena Fohnsdorf hat rd. 60.000 m2 vermietbare Fläche.